Mythos Potsdamer Platz

Ein Platz erzählt seine Geschichte

Der Potsdamer Platz: Bis heute ein Mythos, weltweit. In den 20er Jahren Vorbild für den Times Square in New York, ist er Mittelpunkt und verkehrsreichste Kreuzung Europas. In seinen Kulturtempeln amüsieren sich die Menschen. Hier schlägt der Puls der Weltstadt Berlin. Der Zweite Weltkrieg lässt kaum einen Stein auf dem anderen. Das Herz der Metropole hat aufgehört zu schlagen. Der Eiserne Vorhang, der die Welt teilt, durchzieht die Ruinenlandschaft. Todesstreifen statt pulsierendem Leben. Im Osten streng bewachtes Grenzgebiet. Im Westen Ödland mit wenigen Überbleibseln der großen Zeit – aber immer noch filmwürdig: In Wim Wenders‘ „Himmel über Berlin“ suchen die Schauspieler den Potsdamer Platz. 1989 erwacht er aus dem Dornröschenschlaf. Die Menschen drücken die Mauer ein – der Platz wird wieder zum Herzen Berlins.

Mit „Mythos Potsdamer Platz“ geht beier+wellach projekte auf die Suche nach den Geschichten, die den legendären Ruf des Ortes begründen, und macht sie lebendig. An drei interaktiven Modulen tauchen die Besucher in die wechselvolle Geschichte des Platzes ein. Hightlight sind drei eigens für die Ausstellung, per Hand gefertigte Stadtmodelle. Sie werden über Touchscreens interaktiv, ermöglichen Einblick in die Geschichten hinter den Fassaden der Häuser, lassen Zeitzeugen zu Wort kommen und erwecken so den Potsdamer Platz und seine Gebäude in jeder Epoche zum Leben.

„Mythos Potsdamer Platz“ ist ein Projekt von beier+wellach projekte in Zusammenarbeit mit der ECE Projektmanagement GmbH & Co KG. beier+wellach projekte übernimmt für die Ausstellung alle Leistungen von der Idee über die Konzeption und Gestaltung bis zur Ausarbeitung der Inhalte, Planung und Produktionsüberwachung.

Erster Präsentationsort sind ab April 2016 die Shopping Arkaden Potsdamer Platz in Berlin. Die Ausstellung kann im Anschluss über beier+wellach projekte gebucht werden.

Modelle machen Geschichte

Drei eigens für „Mythos Potsdamer Platz“ von dem Künstler Matias Bechtold gefertigte Stadtmodelle führen in die Dreidimensionalität und erwecken den Potsdamer Platz und seine Gebäude in jeder Epoche zum Leben. Die Stadtlandschaften werden über Touchscreens interaktiv. Die Besucher wählen Häuser an, erleben die Geschichten hinter den Fassaden und hören Erzählungen der Zeitzeugen.

Virtuelle Realität ist für beier+wellach projekte kein Selbstzweck. Im Kontext eines zeitgemäßen „Storytellings“ wird sie immer wichtiger. Sie hilft bei der Vermittlung von komplexen Zusammenhängen und führt in Welten und an Orte, die der Öffentlichkeit oft nicht zugänglich sind. Auf Grundlage historischer Pläne werden Zeitreisen in einer längst vergangenen historischen Realität möglich – Geschichtsräume werden wieder lebendig. Die 3D-Realität kann Teilaspekte zu einem Ganzen zusammenfügen, die Vorder- und Hintergründe beleuchten und Zuspitzungen vornehmen.

Ein Schwerpunkt bei der Beschäftigung mit Virtualität in Ausstellungen liegt in der Kombination von realem Modell und einer virtuellen Verlebendigung. Die Modelle stellen sich in einer Ausstellung dem Betrachter physisch und materiell gegenüber; zu ihnen kann eine emotionale Beziehung aufgebaut werden. Gleichzeitig ermöglicht der virtuelle Raum ein Eintauchen in das haptische Modell. So herkömmlich Modelle auch erscheinen mögen, sind sie doch in dieser Kombination eine faszinierende und hoch aktuelle Form der Virtualität im Realraum.

Für den Modellbau bei beier+wellach projekte ist Matias Bechtold zuständig. Der Künstler Matias Bechtold gestaltet imposante Gebäudeformationen und weit verzweigte, mehrdimensionale visionäre Stadttopografien. Für seine Konstruktionen benutzt er Verpackungsmaterialien aus Plastik und Pappe sowie Apparate und Geräte des täglichen Gebrauchs, die er zu Architektureinheiten umwandelt. Der andere Blick, mit dem Matias Bechtold unsere Welt wahrnimmt, ist im Wesentlichen von der Freiheit vom Denken in Maßstäblichkeit bestimmt. Aus Groß kann für Bechtold mühelos klein und aus klein ebenso einfach groß werden.

Die so entstandenen Szenen am Potsdamer Platz sind von erstaunlicher handwerklicher Präzision und in einer nahezu obsessiven Detailfreude gefertigt, sodass man meinen könnte, Bechtold habe sich in die jeweiligen Epochen am Potsdamer Platz „gebeamt“, um sie wieder zum Leben zu erwecken.
 

Kategorie Wanderausstellung

Auftraggeber Eigenprojekt in Zusammenarbeit mit der ECE Projektmanagement GmbH & Co KG.

Zeitraum Leistungserbringung: Juni 2015 – April 2016; April – September 2017
Eröffnung: 21. April 2016; 04. Mai 2017

Ort/Grösse Shopping Arkaden Potsdamer Platz, Berlin / Größe variabel
  LeistungenIdee und Konzeption, Projektleitung, dramaturgische und raumbildnerische Gestaltung, Grafikkonzept, Exponat- und Medienentwicklung, inhaltliche Ausarbeitung, Text-, Bild- und Medienredaktion, Ausstellungsplanung, Produktionsüberwachung