Schlagerwelten

100 Jahre ganz große Gefühle

Schlager bewegen die Deutschen schon seit 100 Jahren. Mit dem Aufkommen der Rundfunkbetriebe halten sie auch Einzug in die Wohnzimmer in Ost und West. Bis heute zeugen Stars wie Andrea Berg und Helene Fischer von einer äußerst aktiven Schlagerszene.

Die von beier+wellach projekte konzipierte Wanderausstellung „Schlagerwelten – 100 Jahre ganz große Gefühle“ bietet einen lebendigen Einblick in die deutsche Schlagergeschichte und startete ihre Tour am 09.April. Die Besucher können sich mit Kopfhörern in die Ausstellung einklinken oder ausgewählte Songs selbst nachsingen. Lebensgroße Starschnitte, Wohnzimmer-Settings, Interieurs und Alltagsobjekte veranschaulichen die einzelnen Schlagerepochen und ihre gesellschaftlichen Hintergründe.

Die Wanderausstellung wird von den „Schlagerwelten – Live Acts“ begleitet. Dort präsentieren „Alte Hasen“ und Newcomer die lebendige Schlagerszene von heute.

beier+wellach projekte übernimmt für die Ausstellung alle Leistungen von der Idee über die Konzeption und Gestaltung bis zur Ausarbeitung der Inhalte. Die Konzeptentwicklung sowie die inhaltliche Ausarbeitung werden von Prof. Hanno Sowade wissenschaftlich beraten.

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei „MARS: Vision und Mission“ ist „Schlagerwelten“ das zweite Gemeinschaftsprojekt von ECE Projektmanagement GmbH und Co KG und beier+wellach projekte.

Weitere Informationen finden sich auch auf der Projektwebsite.

Tourdaten

2015
09.04. - 25.04.2015  Stern-Center Potsdam
30.04. - 16.05.2015  Hallen am Borsigturm Berlin
21.05. - 06.06.2015  Sachsen-Allee Chemnitz
11.06. - 27.06.2015  Schloss-Arkaden Braunschweig
02.07. - 18.07.2015  Hessen-Center Frankfurt a.M.
23.07. - 08.08.2015  Stadtgalerie Passau
13.08. - 29.08.2015  Breuningerland Ludwigsburg
03.09. - 19.09.2015  Leo-Center Leonberg
24.09. - 10.10.2015  dez Kassel
15.10. - 31.10.2015  Rhein-Center Köln

2016
18.02. - 05.03.2016  Stadt-Galerie Hameln
31.03. - 16.04.2016  Rhein-Ruhr Zentrum Mülheim
21.04. - 07.05.2016  Leine-Center Laatzen
12.05. - 28.05.2016  Schlosspark-Center Schwerin
02.06. - 18.06.2016  Rathaus-Center Dessau
23.06. - 09.07.2016  Linden-Center Berlin
14.07. - 30.07.2016  nova eventis Leipzig
04.08. - 20.08.2016  Allee-Center Leipzig
25.08. - 10.09.2016  Isenburg-Zentrum Neu-Isenburg
15.09. - 01.10.2016  Franken-Center Nürnberg
06.10. - 22.10.2016  Saarpark-Center Neunkirchen

2017
16.02. - 04.03.2017  Ettlinger Tor Karlsruhe
09.03. - 25.03.2017  Allee-Center Remscheid
21.04. - 06.05.2017  Stern-Center Lüdenscheid
11.05. - 27.05.2017  Roland-Center Bremen
01.06. - 17.06.2017  Allee-Center Hamm
22.06. - 08.07.2017  Herold-Center Norderstedt
13.07. - 29.07.2017  Holsten-Galerie Neumünster
03.08. - 19.08.2017  Allee-Center Magdeburg
24.08. - 09.09.2017  Eastgate Berlin
14.09. - 30.09.2017  Stadt-Galerie Plauen
05.10. - 21.10.2017  Thüringen-Park Erfurt

2018
05.04. - 21.04.2018  Rotmain-Center Bayreuth
26.04. - 12.05.2018  Rhein-Neckar Zentrum Viernheim
07.06. - 23.06.2018  Forum Wetzlar
28.06. - 14.07.2018  City-Arkaden Wuppertal
19.07. - 04.08.2018  Werre-Park Bad Oeynhausen

Modul „Glühwürmchen-Idyll“

Anfänge des Schlagers (1900 - 1920)

Operetten feiern große Erfolge. Die Deutschen sind beschwingt von den 
fröhlichen Melodien. Die Musik bringt Freude in ihr Leben, das von der harten Entwicklung des Reiches zur modernen Industriegesellschaft geprägt ist. Schon vor 1900 beginnt auch der Schlager seinen Siegeszug. Zunächst sind die „erfolgreichen Lieder“ noch Auskopplungen aus Operette, Singspiel oder Revue. Schnell entsteht jedoch eine Eigendynamik und damit ein eigenes Musikgenre, das sehr populär wird: Der Begriff Schlager bürgert sich für diese Lieder ein.

Überall, auch auf den Straßen, erklingt nun Musik: Gassenhauer haben Hochkonjunktur. Die Schöpfer der Schlager – Komponisten und Autoren – wollen am Erfolg ihrer Lieder teilhaben. Sie gründen Schutzvereine. Die Basis der heutigen Musikindustrie entsteht.

Modul „Veronika, der Lenz ist da"

Schlager in den „Goldenen Zwanzigern“ (1920er Jahre)

In den 1920er Jahren erlebt der Schlager 
seinen Höhepunkt. Die Texte sind zweideutig und intelligent, die Melodien kreativ und originell. Der Schlager verarbeitet die Probleme und das Lebensgefühl der Gesellschaft auf nahezu geniale Weise. Die Autoren bestechen durch schlüpfrig-frivole Texte voller absichtlich missverständlicher Anspielungen. Damit setzt die deutsche Musik weltweit Akzente. Die Comedian Harmonists werden in den USA umjubelt.

Und der Schlager ist klassenlos. Schauspieler wie Willy Fritsch und Lilian Harvey feiern als Sänger große Erfolge.

Selbst wenn die 20er Jahre das Attribut „golden“ erhalten, ist der Anfang der Dekade von der Verarmung durch die Inflation und das Ende von der Weltwirtschaftskrise geprägt. Der Schlager reagiert auf die Miseren mit beißender Ironie und wird damit zu einem Ventil der Gesellschaftskritik.

Modul „Davon geht die Welt nicht unter“

Schlager im Dienst des Nationalsozialismus (1930er -1940er Jahre)

All das, was dem Schlager in der Weimarer Republik zu Weltruhm verhilft, kann den Nationalsozialisten nicht gefallen. Ironie und Zweideutigkeiten sind immer eine Gefahr für Diktatoren. Die Zensur schlägt zu: Im Dritten Reich verliert der Schlager seine Vielseitigkeit. Unpolitische und optimistische Lieder dominieren. Die Nationalsozialisten erteilen Berufsverbote, verfolgen jüdische und kritische Künstler. Viele emmigrieren.

Zarah Leander ist der größte singende Filmstar. „Die große Liebe“, in der die Schwedin die Durchhalte-Lieder „Es wird einmal ein Wunder ge
scheh‘n“ und „Davon geht die Welt nicht unter“ vorträgt, gehört bis heute zu den meistgesehenen Filmen.

Doch den größten Erfolg feiert ein Außenseiter. „Lili Marleen“ ist auch von der Zensur nicht zu stoppen und wird über die Fronten hinweg populär.

Modul „Geh’n Sie mit der Konjunktur“

Wirtschaftswunder in Liedform (1950er - 1960er Jahre West)

In einem nie für möglich gehaltenen Tempo bauen die Deutschen den Westteil ihres Landes wieder auf. Das spiegelt die Musik wider: In den Schlagern dominiert nicht nur die Sehnsucht nach fernen Ländern, die durch den wachsenden Wohlstand plötzlich in Reichweite gelangen. Viele Texte handeln auch vom Heimweh. Denn bei allem Stolz auf das Erreichte schmerzt viele, Haus und Hof für immer verloren zu haben.

Es ist die Zeit des Wirtschaftswunders. Und der 
Schlager thematisiert – nicht immer unkritisch – auch den Aufschwung. Gleichzeitig muss er die Rock-‘n‘-Roll-Welle aus den USA abwehren. Er 
tut das, indem er sie vereinnahmt und deutschsprachige Rock-Idole aufbaut. Die Mischung bringt’s: Der Verkauf von Schallplatten zieht an. Schlager sind populär. Der Witz und die Frivolität der Vorkriegszeit kehren aber nicht zurück.

Modul „Was willst Du denn in Rio“

Schlager im sozialistischen Aufbau (1950er - 1960er Jahre Ost)

Musik aus dem Westen ist auch in der DDR populär. Nicht ohne Wehmut schauen viele Menschen über die Grenze und sehen, wie rasant dort der Wiederaufbau voranschreitet, während in ihrem Teil Deutschlands Mangelwirtschaft herrscht. Das Überschwappen der westlichen Schlager ist auch ein Indiz für die Unzu
friedenheit mit der eigenen Lage. Und es widerspricht den Zielen der SED-Kulturpolitik.

1958 begrenzt die DDR den Westmusik-Anteil auf 
40 Prozent. Doch auch die unterliegen der Zensur. Für 60 Prozent der Schlager wünschen sich die Machthaber einen ideologischen Anspruch. Mit politischen Texten sollen die Künstler den Aufbau des Sozialismus vorantreiben. Das gelingt nur bedingt. Verschiedene Musiker orientieren sich an westlichen Strömungen. Die Lieder sind meist unpolitisch wie im Westen, die Liebe bleibt 
das wichtigste Thema. Dennoch muss jeder Text den Behörden vorgelegt und genehmigt werden.

Modul „Samstag 19:30 – Hier ist Berlin“

Hitparadenschlagerfieber (1970er - 1980er Jahre West)

Rebellierende Studenten knöpfen sich auch den 
Schlager vor: Deutschsprachige Musik gilt als konservativ und verstaubt. Die Branche gerät in die Defensive. Ihre Antwort heißt Dieter Thomas Heck. Dessen 1969 erstmals ausgestrahlte ZDF-Hitparade verleiht dem Schlager neuen Schwung. Die Künstler treten mit ihren Hits vor einem Millionenpublikum gegeneinander an. Im Hintergrund arbeiten Manager und Plattenfirmen am Image der Sänger: Aussehen, Auftreten, Musik und Text müssen sich in ein Gesamtkonzept fügen, aus dem der Interpret nicht ausbrechen darf. Eine Ausnahme ist Udo Jürgens, der seine gesellschaftskritischen Texte auch in Schlagern vermitteln kann und Erfolg hat.

Nach Nicoles Sieg beim Grand Prix macht in den 1980er Jahren die Neue Deutsche Welle deutsch-
sprachige Musik wieder salonfähig. Internationaler Pop und Rock regiert auch in Deutschland. Der Schlager sucht sein Publikum.

Modul „Über sieben Brücken musst Du gehen“

Schlager zwischen Aufbegehren und Anpassung (1970er - 1980er Jahre Ost)

Im Sozialismus hat es der Schlager schwer, sich zu entfalten. Der Staat kontrolliert und zensiert alle kulturellen Bereiche. So steht die Musik im widersprüchlichen Spannungsfeld zwischen den Zielen des Regimes und den Hörerwünschen. Ende der 1960er-Jahre lockert die SED ihre rigide Kulturpolitik. Von nun an können die Sänger zumindest musikalisch freier arbeiten. Die Texte aber dürfen politische Tabus nicht verletzen. 1972 öffnet die Tanzmusikkonferenz den Staat bedingt für Jazz, Beat und Folk: Die Ära des DDR-Rock beginnt. Puhdys, Stern Combo Meißen und Karat feiern große Erfolge.

Inhaltlich unterscheiden sich die Schlager in Ost und West kaum. Liebe und Gefühle verkaufen sich überall gut. Einige Ost-Songs treten auch jenseits der Mauer ihren Siegeszug an, und West-Sänger covern Schlager ihrer DDR-Kollegen. Geschwächt wird die Branche durch die Abwanderung. Immer wieder verlassen Künstler die DDR oder werden gar dazu gezwungen.

Modul „Guildo hat Euch lieb“

Der Schlager kommt zurück (1990er - 2000er Jahre)

Die Wiedervereinigung erfüllt eine tiefe Sehnsucht. 
Trotz des nationalen Taumels ist mit deutscher Musik Anfang der 1990er Jahre kaum Staat zu machen. Der Zeitgeist erlaubt es höchstens, Schlager zu veralbern. Genau das verhilft ihm zum Comeback.

Dieter Thomas Kuhn und Guildo Horn tragen deutsche Lieder mit viel Augenzwinkern vor. Weil die beiden sich selbst nicht ernst nehmen, fällt es auch der Jugend leicht, auf der Welle mitzureiten. Es ist plötzlich cool, uncool zu sein und die Lieder der Eltern zu singen. Er robbt sich ans Publikum heran. Die Musik erlebt ein Revival – auch mit dem 1997 erstmals stattfindenden Schlagermove. Ein Jahr später reist Guildo Horn mit dem von Stefan Raab geschriebenen „Guildo hat Euch lieb“ zum Eurovision Songcontest. Sein Auftritt wird Kult. Der Schlager, in verschiedenen Ausprägungen, ist wieder da.

Modul „Du bist ein Phänomen“

Schlager wird Pop (heute und in Zukunft)

Der Schlager setzt Maßstäbe. Im modernen musikalischen Gewand kommt er nun daher – auf Augenhöhe mit internationalen Pop-Produktionen. So schafft es die deutsche Musik, große Bühnen und die Mitte der Gesellschaft zu erobern. In Casting-Shows ist Schlager kein No-Go mehr, sondern erfolgreich. Andrea Bergs Best-of-CD hält sich länger in der Hitliste als einst die Beatles. 2013 veröffentlicht Helene Fischer mit Farbenspiel eines der meistverkauften Musikalben in Deutschland seit den Siebzigern. Und es wird häufiger heruntergeladen als jemals ein deutsches Album zuvor.

Auf der Bühne kehrt der Schlager zum Show-Format der 1920er Jahre zurück und bewirkt eine Renaissance der Revue mit allen Elementen: Tanz, Artistik, Humor. Vorbehalte zwischen Pop und Schlager verschwinden: Selbst in Clubs ertönt wieder deutsche Musik.

Modul Star-Box

Werde Schlagerstar!

Du hast das Zeug zum Schlagerstar? Nur weiß es 
leider noch keiner? Dann ist das hier Deine Chance. Werde Schlagerstar in Deiner persönlichen Karaoke-Show. Sing Deinen Lieblingstitel und lass Dich dabei aufnehmen. Ob Du groß heraus kommen kannst, entscheiden alle Besucher im Einkaufs-Center. Sie stimmen ab, wer die professio
nellste und coolste Performance abgeliefert hat.

Die Sänger, die die besten Auftritte hinlegen, gewinnen schicke Preise. Und ihre Karaoke-Beiträge werden auf unserer Website www.schlagerwelten.com veröffentlicht. Natürlich kannst Du Dir das Video auch zu Hause anschauen und es mit Deinen Freunden, Deiner Familie sowie allen Schlagerfans teilen. Und wer weiß: Vielleicht wirst Du ja entdeckt.

Sollte die Karaoke-Kabine gerade belegt sein, mach doch einfach schon mal ein Foto mit Deinen Lieblingsstars. Stell Dich zu ihnen und reih Dich bei den Schlagergrößen von gestern und heute ein. Wir senden Dir das Bild mit den Promis dann zu.
 

Kategorie Wanderausstellung

Auftraggeber ECE Projektmanagement GmbH & Co KG

Zeitraum Leistungserbringung:
Dezember 2013 - 2018
Eröffnung: 09. April 2015
Tour: 2015 - 2018

Ort  Einkaufszentren, deutschlandweit

Leistungen Idee und Konzeption, Projektleitung, inhaltliche Ausarbeitung, Redaktion, dramaturgische und raumbildnerische Gestaltung, Grafikentwicklung, Licht- und Medienkonzept, Ausstellungsplanung, Tourbetreuung

Projektwebsitewww.schlagerwelten.com